Meinen letzten Bericht schrieb ich auf den Weg nach Nicaragua, wo ich mich anstatt in der Hauptstadt Managua zu bleiben, dazu entschieden habe mit Danielle mit dem Taxi ins 40km entfernte und um einiges schönere Granada zu fahren. Am ersten Abend (04.02.) wurde das Nachtleben unter die Lupe genommen und am darauffolgenden an einem nahe gelegenen Privatsee gechillt.
Am nächsten Morgen erwartete Costa Rica ein großer Tag! Nachdem ich die restliche Familie kennengelernt hatte, nahmen mich Zelmira (die Gastmutter) und der etwas kommunistische Edgar Senior mit in den Stadtteil Cartago, um ihre Stimme für die Präsidentenwahl abzugeben. Dem mit voller Begeisterung über die gute, alte Zeit erzählenden Edgar konnte aufgrund Mangel an Schlaf und Spanischkenntnissen auf der ganzen Fahrt nur mit Kopfnicken und "si, claro" entgegnen...
Als Nebenvermerk sei noch gesagt, dass die Deutschen in ganz Mittelamerika ein recht hohe Ansehen genießen! Ich habe mir sagen lassen, dass dies durch die WM 1994 in Mexico herrührt, bei der man so viel ich weiß im Finale Argentinien mit 2:3 unterlag. Mehr noch als in Costa Rica merkt man diese entgegengebrachte Sympathie allerdings noch in Mexiko selbst, wovon die Gringos (Amerikaner) nur träumen können.
Zu meinen ersten Tag in San Jose lässt sich nicht viel mehr sagen, bis auf dass Costa Rica nun auch eine Frau als Oberhaupt hat und ihr Name Laura Chinchilla ist. (Für alle Klugscheißer: Ich weiß, dass in Deutschland eigentlich nicht der Bundeskanzler, sondern der Bundespräsident der Chef im Ring ist :-)
Soo, Montag (07.03) erwartete mich seit langem mal wieder ein erster Schultag im Instituto Espanol de Costa Rica. Auf dem Weg dorthin musste ich mir oftmals das Lachen verkneifen, da mich die begleitende Zelmira tatsächlich wie ein 6jährigen Schulanfänger behandelte; sie erklärte mir immer über eine Ampel zu gehen, dass die Straßen doch so gefährlich sind und und und :-D sehr amüsant...
Wie so viel in Costa Rica, hatte ich mir auch die Sprachschule um einiges anders vorgestellt und so entschied ich mich aufgrund der Qualifikation und Motivation der Lehrer am ersten, dass eine Woche Sprachschule zum Auffrischen reichen sollte und die restlichen drei Wochen mit Reisen durch das Land billiger und besser genutzt wären.
So verging die erste Woche mit Spanisch lernen und mit der Besichtigung San Jose's, wobei sich die Stadt nicht als die aller schönste entpuppte. Dieses Bild zeigt übrigens die "Iglesia de los Angeles" in Cartago, in der ich einen Tag bevor die neue Präsidentin offiziell ins Amt eingeführt wurde, herum spaziert bin.

Am Anfang der zweiten Woche machte ich mich mit einem Couchsurfingfreund von den Philippinen auf nach Montezuma an die Pazifikküste des Landes. Auf dem Weg dorthin, kurz vor der Fähre gabelten Francis und ich noch einen Südafrikaner auf, der uns mit nach Montezuma und danach bei unseren kläglichen Versuchen auf dem Surfbrett in Santa Teresa eine gute Figur abzugeben, begleitete. Unsere Behausung in Montezuma seht ihr übrigens hier:
Ja, wir haben eine Nacht in einem relativ geräumigen Bus geschlafen, was eine willkommene Abwechslung zum gewöhnlich Hostelzimmer darstellte. Dieses sieht nämlich, wie ihr am Beispiel von Santa Teresa sehen könnt, diesem in jedem Hostel sehr ähnlich:
Zum Wochenende verabschiedeten sich Francis und ich vom schönen Strand mit den perfekten Surferwellen in Santa Teresa zum Carnaval nach Puntarenas - ein Kontrastprogramm zur deutschen Fasncht. Im Gegensatz zu langweiligen Kappensitzungen und Umzüge, bei denen man halb erfriert, wird beim lateinamerikanischen Carnaval mit den Gruppen auf der Straße getanzt, man kennt keine Berührungshemnisse vor den Bandmitgliedern und es wird den ganzen Tag bis spät in die Nacht hinein mit im Vergleich zu Deutschland mäßigem Alkoholkonsum ausgelassen gefeiert.
Das hier ist übrigens der verrückte Philippino Francis, der uns kurz vor dem schlafengehen offenbarte, dass er eigentlich allergisch auf Alkohol reagiert und wir doch bitte kontrollieren sollen, ob er in ca. 2h noch atmet!!
Da es von der Pazifikküste keinen direkten Bus an die Karibikküste gibt, führte mich mein Weg zurück nach San Jose, wo mich Aracelly (eine andere Gastmutter), die ich über eine Schülerin aus der Sprachschule kennengelernt hatte, herzlich für drei Tage bei sich aufnahm. Aufgrund des zunehmend schlechten Wetters in der Hauptstadt, war der einzige Höhepunkt in dieser Zeit der Tanzkurs, den die 67 Jahre alte Aracelly für ihre Nachbarinnen wöchentlich gibt. So befand ich mich mittwoch morgens mit 5 alten Hausfrauen Salsa, Merengue und Bachata tanzend in der Garage des Hauses und hatte einen heiden Spaß mit den Mädels :-D (und sie wohl auch mit mir und meinen "Tanzkünsten").
Am darauffolgenden Wochenende machte ich mich auf, den berühmtesten und aktivsten Vulkan Costa Ricas, Vulkan Arenal nahe La Fortuna, zu besichtigen. Leider fiel dieses Wochenende, wie auch die meisten meiner letzten Tage in Costa Rica, wortwörtlich ins Wasser. Nur einmal, als ich mich nachts um 3 Uhr für eine Tour aus dem Bett quälte, lag der Vulkan in all seiner Pracht und ohne Nebelwände vor mir:
Nicht nur auf dem Weg nach Puerto Viejo in der Karibik, sondern auch den ganzen darauffolgenden Tag schüttete es an der Nordseite Costa Ricas wie aus Kübeln. Da ich außer einer Pokerpartie nachts im Hostel nicht vielmehr anfangen konnte, entschied ich mich spontan in das nahegelegene Boccas del Torre nach Panama zu fahren und dort mein Glück mit dem Wetter zu versuchen.
Gestern abend (05.03) hat mich dazu noch ein kleines Erdbeben in den Schlaf gewiegt; glücklicherweiße war dies in San Jose nicht so stark wie das vor ein paar Tagen in Santiago de Chile und so sitze ich nun nach dem anfangs beschriebenen Flughafenabenteuer auf dem Balkon meines Hostels in Cancun. Zwar habe ich von hier einen recht schönen Blick über halb Cancun, allerdings befinde ich mich weiter weg als gedacht von den bekannten Hotels der amerikanischen Springbreaker und bemühe mich deshalb nun darum, den Tag sinnvoll ausklingen zu lassen ;-)
Die besten Grüße aus der Karibik sendet euch Benni!
(Für Fehler und Schrift, haftet der Stift! :-)

